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Beschriftete Version:

Beschriftete Version

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Die beiden folgenden Bilder zeigen den Mondäquator (rote Linie), der hier durch den südlichen Teil des Mare Tranquillitatis verläuft, sowie  -  auf

dem unteren der beiden Bilder  -  den 20. und 30. östlichen Längengrad und die Lande-Ellipse von Apollo 11 (grün; Erläuterung weiter unten).

Gekennzeichnet sind auch wieder die Ringgebirge Arago, Ritter, Sabine, Delambre und Maskelyne.

Wir zoomen sukzessive näher an das Mare Tranquillitatis heran:

In der folgenden beschrifteten Version des Bildes sind einige große Krater durch rote Kreise markiert:

 

Ma = Macrobius      Pl = Plinius      JC = Julius Caesar      Ta = Taruntius

 

A = Arago      R = Ritter      S = Sabine      D = Delambre      M = Maskelyne

 

Die mit nur einem Buchstaben bezeichneten Krater dienen als Referenzpunkte für die dann folgenden Bilder.

Nun begeben wir uns zum Mond und stehen direkt über dem Mare Tranquillitatis:

Wir zoomen an die von der Erde aus gesehen rechte (östliche) Mondseite heran. Die Apollo 11-Landestelle liegt im Mare Tranquillitatis (Meer der Ruhe):

Wo genau ist Apollo 11 gelandet?

 

Betrachten wir zunächst diejenige Seite des Erdtrabanten, die ständig der Erde zugewandt ist.

Die Gegenden an den Rändern dieser so genannten "Vorderseite" erscheinen von der Erde aus desto verzerrter, je näher sie am Mondrand liegen:

ein Effekt, welcher der Mondkrümmung geschuldet ist. So erscheint etwa das Mare Crisium, obwohl es in Wirklichkeit fast kreisförmig ist,

von der Erde aus betrachtet wie eine Ellipse. Deshalb werden wir, wenn wir weiter unten die Apollo 11-Landestelle näher in Augenschein nehmen,

uns in eine Mondumlaufbahn begeben, uns etwas weiter dem östlichen Mondrand nähern und dort direkt senkrecht über der Mondoberfläche stehen,

um Verzerrungseffekte zu vermeiden.

 

Zunächst jedoch die Mondkugel mit ihren Oberflächenmerkmalen, wie sie sich einem Beobachter auf der Erde bei Vollmond präsentiert:

Beschriftete Version:

Die nächste Graphik dient uns als Referenzillustration für die dann folgenden Bilder. Wir haben uns dem Mare Tranquillitatis weiter angenähert.

Wir sehen wieder die ausgedehnten Ringgebirge Ritter und Sabine; zusätzlich habe ich hier die kleineren Krater Schmidt (sch) und Moltke (mo)

sowie weitere Oberflächenmerkmale (A - F) gekennzeichnet, die auf den nächsten Graphiken als Orientierungspunkte dienen. Die beiden

farbigen Rahmen im Bild markieren die Größe und den Inhalt der beiden dann folgenden Bilder Ref-1 und Ref-2 (siehe dort).

Es folgt Bild Ref-1: Schrägansicht über das Mare Tranquillitatis, aus dem Raumschiff Apollo 10 heraus aufgenommen. (Die Blickrichtung ist auf dem oben gezeigten Referenzbild

mit einem halbtransparenten Pfeil kenntlich gemacht.) Die auf der rechten, beschrifteten Bildversion gekennzeichneten Krater und Oberflächenmerkmale entsprechen denjenigen

auf dem Referenzbild, jedoch liegt der Krater Moltke außerhalb des Bildes. Eingezeichnet sind zusätzlich der geplante Landeplatz (grüner Punkt) von Apollo 11 sowie die

tatsächliche Landestelle, die etwa 6,8 Kilometer südwestlich der geplanten liegt, wie auf späteren Bildern auf dieser Seite hier verdeutlicht werden wird.

Es folgt Bild Ref-2: Annähernd senkrechte Sicht auf das Mare Tranquillitatis, aus der Landefähre "Eagle" heraus photographiert. Sie flog zum Zeitpunkt der Aufnahme einige Meter

über dem Mutterschiff (CSM) aus Command Module und Service Module. Das CSM ist halbrechts oberhalb des grünen Punktes zu sehen, der wieder, wie auf dem vorigen Bild,

die geplante Landestelle markiert. Ich habe hier zusätzlich die Landeellipse eingezeichnet, die sich durch ihren Mittelpunkt, eben der vorgesehenen Landestelle, in Nord-Süd-Richtung

ca. 4,8 Kilometer erstreckte, in Ost-West-Richtung 18,9 Kilometer. Nach dem Flug erhielt der hier und im Referenzbild von mir als Orientierungspunkt mit "B" gekennzeichnete Krater

den Nachnamen von Michael Collins, dem Piloten des CM von Apollo 11. Ein anderer Krater, westlich davon, bekam den Namen des Piloten der Landefähre, Edwin "Buzz" Aldrin  -  und

ein dritter Krater, auf diesem Bild nicht sichtbar, der größte von allen dreien, erhielt den Familiennamen des Missionskommandanten Neil Alden Armstrong.

zum Referenzbild

Herangezoomte Ansicht der Gegend um die Landeellipse:

In der folgenden Bildversion habe ich den tatsächlichen Anflugweg der Landefähre "Eagle" bis zum Aufsetzpunkt (orangefarben gefüllter Kreis) eingezeichnet:

Zwischen der geplanten und der tatsächlichen Landestelle lagen fast 7 Kilometer, wie nachstehende Graphik verdeutlicht, welche die Gegend in einer erneut höheren Auflösung zeigt

als die vorherigen Bilder. Der rote Pfeil links im Bild weist auf den "West"-Krater, dessen Namen von seiner Lage am äußeren südwestlichen Rand der Landeellipse herrührt; er liegt

rund 500 Meter vom Aufsetzpunkt entfernt (siehe weiter unten auf dieser Seite). Desweiteren habe ich  -  zur Orientierung auf den beiden hier nachstehenden Bildern  -  einige

Merkmale der Mondoberfläche um den geplanten Landepunkt herum in der rechten Bildhälfte mit Pfeilen und Kleinbuchstaben gekennzeichnet.

Die beiden folgenden Bilder zeigen das Areal um die geplante Landestelle in sehr hoher Auflösung: Oben das Originalphoto der NASA, darunter die von mir bearbeitete Version mit der für Apollo 11

vor dem Start der Mission vorgesehenen Landeregion (grüne Kreisfläche) sowie den gleichen Merkmalen der Oberfläche, die auf dem vorstehenden Bild mit Minuskeln kenntlich gemacht sind.

Nun wenden wir uns der tatsächliche Landestelle von Apollo 11 zu:

Das untere Bild hier verdeutlicht noch einmal den Gesamtkontext

mit Landeellipse sowie geplanter und tatsächlicher Landestelle.

Das rechte große Bild zeigt den linken (westlichen) Bereich

der Ellipse in hoher Auflösung.

 

Auf beiden Graphiken habe ich die markante Kraterformation im Nord-

westen, die an ein Schlüsselloch erinnert, bläulich getönt, damit der

Betrachter sich auf dem rechten Bild besser zurechtfinden kann.

 

Die Landestelle ist auf beiden und allen folgenden Bildern erneut mit

einer orangefarbenen Kreisfläche farbig markiert. Der rote Pfeil im

rechten Bild weist wieder auf den Westkrater. Es handelt sich dabei

um jenen Krater, auf dessen von teilweise riesigen Steinbrocken

übersätem abschüssigen nördlichen Hang die Mondfähre von ihrer automatischen Steuerung zur Landung hingelenkt wurde, bevor Kommandant Armstrong die halbautomatische Handsteuerung

übernahm, das LM über diese gefährliche Gegend hinweg-  und

zu einer ebeneren und mit weniger Felsblöcken bedeckten Stelle

weiter westwärts dirigierte, wo "Eagle" schließlich sicher landete.

Das nächste Bild zeigt das Areal um den Westkrater (Bildmitte) aus noch geringerer Entfernung.

Man erkennt am Landeplatz die auf dem Mond zurückgebliebene Abstiegsstufe des LM, die der Aufstiegsstufe beim Rückstart in die Mondumlaufbahn als Plattform diente:

Nähert man sich der Mondoberfläche weiter an, erkannt man die ganze Verwüstung und Unzugänglichkeit des Areals um den Westkrater:

Auf Bildern von der Erdoberfläche erleichtern dem Menschen solche Objekte wie Häuser, Autos, Bäume etc. wesentlich die (schon instinktive) Einschätzung von Größenordnungen

und Entfernungen. Auf der Mondoberfläche fehlen all diese Objekte, so daß z. B. beim Betrachten eines Photos vom Mond wie dem obigen -  wenn keine Hilfsmittel wie Skalen und

Entfernungsangaben zur Verfügung gestellt werden  -  völlig unklar ist, wie groß Objekte wirklich sind, bei vorstehendem Bild die Felsbrocken um den Westkrater beispielsweise

oder aber der Krater selbst. Ich habe daher auf der folgenden Graphik solche optischen Anhaltspunkte einmal zur Verfügung gestellt: Ich habe maßstabsgerecht eine Illustration

der Erdoberfläche in das Landeareal von Apollo 11 hineinmontiert, so daß die wahren Relationen und Entfernungen des Landegebietes und seiner Merkmale unmittelbar deutlich

werden (unter Verwendung und Bearbeitung eines Bildes von Google-Earth, das die große Fußballarena in München und ihre Umgebung zeigt):

Zuletzt eines der besten, höchstaufgelösten Bilder der Apollo 11-Landestelle, die derzeit zur Verfügung stehen. Der Krater in der Bildmitte ist der

"Little West"-Krater, 53 Meter östlich der Landestelle von Apollo 11 (deshalb wird er alternativ auch verwirrenderweise manchmal als "East Crater"

tituliert). Die durch die Fußspuren der Astronauten im Regolith der Oberfläche verursachte dunkle Verfärbung des Mondbodens ist deutlich zu

erkennen. In der unteren Version des Photos habe ich zwecks Größenvergleich  -  wiederum maßstabsgerecht  -  ein Fußballfeld hineinmontiert.

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