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Zwei oder mehr Sterne, die in der Tabelle ohne Zwischenraum untereinander stehen (z. B. Alpha Centauri A und B), sind gravitativ dicht aneinander gebunden; sie kreisen in der Regel umeinander bzw. um einen gemeinsamen Schwerpunkt.

Sie befinden sich demzufolge in  -  astronomisch gesehen  -  relativ nahen Abständen zueinander und bilden, ggf. mit weiteren Körpern wie Braunen Zwergen oder Planeten, ein gemeinsames Sternsystem. Von der Erde aus beobachtet (mit

bloßem Auge) erscheinen sie aber wie ein einzelnes Gestirn: Erst unter Zuhilfenahme eines Fernglases respektive eines mehr oder weniger großen Teleskops trennen sie sich sichtbar in die zwei oder mehr Gestirne, die sie tatsächlich sind.

Aufgeführt sind alle Sterne bis in eine Entfernung von 30 Lichtjahren (LJ), die man von der Erde aus mit bloßem Auge sehen kann; Grundlage ist selbstverständlich eine sehr gute Sehkraft.

Hinsichtlich der lichtschwächeren Sterne werden darüber hinaus exzellente Sichtbedingungen vorausgesetzt: Mondlose Nacht; wolkenloser, dunstfreier Himmel; bestmögliche Finsternis.

Die nächstgelegenen sichtbaren Sterne

Bild unten:  Schon etwas weiter als 30  -  nämlich 36,7  -  Lichtjahre vom Sonnensystem entfernt ist ein wahrer

Sterngigant beheimatet, Arktur. Er weist den 25,4fachen Durchmesser unseres eigenen Zentralgestirns (links)

auf  -  und somit das rund 16.400fache Volumen. Im Vergleich zu ihm ist also selbst die Sonne nur ein Wicht.

Arktur strahlt mit der ungefähr 200fachen Sonnenleuchtkraft ins All.

Folgendes Bild (unten):  Die Wega, das glanzvollste Sternenjuwel innerhalb eines Radius von 30 Lichtjahren Distanz, ist

im Verhältnis zur Sonne (links) noch einmal merklich größer und massereicher als diese, aber auch als der Sirius. Wega

zeigt aufgrund ihrer rasanten Umdrehungsgeschwindigkeit um ihre eigene Achse eine deutliche Abplattung: Hier sieht

man sehr schön, was der Begriff "abgeplattetes Rotationsellipsoid" bedeutet. (Nähere Angaben zur Abplattung sowohl

der Wega als auch eines anderen Sterns, nämlich von Atair, siehe nachstehende Sternentabelle auf dieser Seite.) Wega

liegt circa 25 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt  -  also fast dreimal weiter als Sirius  -  und verfügt über

die 40fache Leuchtkraft der Sonne. Wäre Wega unser Zentralgestirn, würde sie auf eine heiße, ausgedörrte Erde ohne

Meere, Seen, Flüsse  und Gletscher  -  ohne Wasser und Leben und ohne die uns vertraute  Atemluft  -  vom Himmel

herniederbrennen, mehr als doppelt so groß wie die Sonne.

Mit den nachstehenden Illustrationen (unten)  verlassen wir das Sonnensystem und betrachten die leuchtkräftigsten Sterne

in unserer "näheren" kosmischen Umgebung. "Näher" ist in Anführungszeichen gesetzt, weil astronomische Distanzen stets

relativ gesehen werden müssen: Der Mars zum Beispiel ist von der Erde, im Vergleich zum Mond, viel weiter weg als dieser;

er ist allerdings relativ nah, verglichen mit der Distanz von der Erde bis zum äußersten Planeten Neptun. Zum Sirius, dem

hellsten Stern am irdischen Firmament, müßten wir dagegen über 18.000mal weiter fliegen als bis zum Neptun  -  und Sirius

ist doch "nur" rund 8,6 Lichtjahre von uns entfernt. Wie wir am folgenden Bild erkennen, ist Sirius (rechts) deutlich größer

als unsere eigene Sonne (links)  -  Durchmesser des Sirius: 2,383 Millionen Kilometer; Sonnendurchmesser: 1,393 Millionen

Kilometer. Sirius strahlt als Gesamtkörper 25mal heller als die Sonne: Er erscheint somit als leuchtendster Stern am Himmel

sowohl deshalb, weil er (wiederum relativ!) einigermaßen nahe an unserem Sonnensystem steht, als auch deshalb, weil er

tatsächlich eine recht hohe Leuchtkraft aufweist. Befände er sich in demselben Abstand wie die Wega, würde er sich indes

am Nachthimmel der Erde nur noch wie ein normaler, mit bloßem Auge kaum sehr auffälliger Stern ausmachen.

Auf dem folgenden Bild (unten)  wird die gewaltige Ungleichheit zwischen unserem Zentralgestirn und ihren viel kälteren

und kleineren Begleitern deutlich: Gezeigt ist nochmals der Planet Jupiter (links), diesmal im maßstäblichen Verhältnis zur

Sonne (rechts). Selbst der Jupiter als größter Planet des Sonnensystems verzwergt in Relation zu unserem Tagesgestirn.

Schon die riesige Protuberanz am rechten Sonnenrand  -  eine Wolke aus dichtem Plasma, die in die äußerste Atmosphären-

schicht, den Strahlenkranz der Sonne (die Korona) freigesetzt wird  -  weist einen Umfang von mehreren Hunderttausend

Kilometern auf: Die Erde ist im Vergleich hierzu nur ein zierliches Steinkügelchen. Die Sonne umfaßt einen Rauminhalt

von 1.413,849 Billiarden Kubikkilometer (1,41 Trillionen): Jupiter würde mehr als 1000mal in die Sonne hineinpassen.

Oben:   Der Planet Jupiter (rechts), der größte Planet unseres Sonnensystems  -  der hier in einem maßstabsgerechten

Größenvergleich zur Erde (links) dargestellt ist  -, enthält ungefähr 70 Prozent der Gesamtmasse (Materie) aller Körper

des Sonnensystems, wenn man die Sonne selbst außen vor läßt. Er umfaßt ein Volumen von ungefähr 1,385 Billiarden

Kubikkilometer: In seinem gewaltigen Leib hätten 1.281 Erdkugeln Platz. Würde der Jupiter bei seiner Entstehung

14mal mehr Masse in sich vereinigt haben als es tatsächlich der Fall war, hätte er sich zu einem rötlich-violett glühenden

Himmelskörper, einem sogenannten Braunen Zwerg, entwickelt. Und Materieansammlungen, die aus einzelnen, sich

zusammenziehenden Gas- und Staubwolken mit jeweils mehr als 85 Jupitermassen bestehen, bilden sich zu einem

Protostern aus, in dessen Zentrum Druck, Dichte und Temperatur allmählich derart hohe Werte erreichen, daß

schließlich eine Atomkern-Fusion zündet und sich ein ausgewachsener, normaler Stern wie z. B. unsere Sonne bildet.

Auf der obigen Illustration sind Erde und Jupiter als teilweise von der Sonne beleuchtete Körper abgebildet, was einen

der wesentlichen Unterschiede zwischen Sternen und Planeten verdeutlicht: Sterne sind aus sich selbst heraus leuchtende

sehr heiße Gasbälle, während Planeten relativ kühle bis eisig kalte Körper sind, die sichtbare Strahlung nur reflektieren.

Zweitens:

 

Unsere Sonne wird von 8 Planeten umrundet, von denen einer die Erde ist. Selbst der

entfernteste unter ihnen, der Neptun, liegt uns viel näher als selbst der nächste Stern

nach der Sonne (siehe Text rechts). Vier Planeten, nämlich Venus, Mars, Jupiter und

Saturn können nachts deutlich am irdischen Himmel ausgemacht werden, sofern sie

günstig stehen  -  das heißt: wenn sie sich nicht, von der Erde aus gesehen, hinter oder

in Sichtnähe der Sonne aufhalten. Die Venus erscheint sogar des öfteren schon hell

in der Dämmerung, am Morgen- oder Abendhimmel, als Morgen- bzw. Abend-"Stern";

sie ist nach Sonne und Mond das dritthellste Gestirn, das regelmäßig am Erdenhimmel

erscheint. Der sonnennächste Planet, der Merkur, "schwimmt" meistens etwas im Glanz

der auf- oder untergehenden Sonne und ist daher nicht so leicht wie die anderen vier

aufzufinden. Der siebte Planet, der Uranus, kann zwar bei günstigsten Sichtbedingungen

noch freiäugig erkannt werden, wurde jedoch erst mit dem Fernrohr entdeckt, im Jahr

1781. Der achte Planet, Neptun, konnte erst aufgefunden werden  -  1846 durch ein

Teleskop der Berliner Sternwarte  -, nachdem Astronomen seine Existenz wegen

beobachtbarer auffälliger Störungen der Uranus-Bahn vermutet hatten.

 

Drittens: Wodurch unterscheiden sich Sterne  -  inklusive unserer Sonne  -  einerseits

 und Planeten andererseits?

 

Sterne sind glühendheiße Gasbälle, die in ihrem Inneren (infolge monumentaler Druck-

verhältnisse sowie von Temperaturen im Bereich zwei- bis dreistelliger Millionenhöhen)

Atomkerne verschmelzen, und die dabei freigesetzte Energie nach außen transportieren,

so daß sie selbst leuchten: Sie strahlen Energie zwar nicht nur, aber auch  -  und viele

Sterne ganz überwiegend  -  im sichtbaren Bereich des elektromagnetischen Spektrums ab,

als Licht also. Die Temperatur an der Oberfläche unserer Sonne beträgt 5.780 Kelvin (K);

es gibt jedoch einige Sterne, die bis zu 50.000 Kelvin heiß an ihrer Oberfläche sind. Die

meisten Sterne erreichen jedoch "nur" 3.150 K  bis ungefähr  5.500 K:  Ein Anzeichen

dafür, daß unsere Sonne nicht zur Gruppe der verbreitetsten Sterne im Kosmos zählt

(später mehr darüber, wie auch zu weiteren Klassen von Himmelskörpern, die wir hier

zunächst außen vor lassen, insbesondere den Braunen Zwergen).

 

Planeten dagegen sind kugelförmige Körper aus Gestein, oft von mehr oder weniger

voluminösen Gashüllen (Atmosphären) bedeckt; die Gasplaneten unseres Sonnensystems

bestehen sogar ganz überwiegend aus sehr kalten Gasen beziehungsweise gasförmigen

Verbindungen wie Wasserstoff, Helium, Ammoniak, Methan, Wasserdampf, Äthan u. ä.

Die Planeten unseres Sonnensystems strahlen kein eigenes Licht aus, sondern reflektieren

sichtbare Strahlung nur, die sie von der Sonne erhalten. (Einige Planeten fremder Stern-

systeme umrunden allerdings auf derart engen Umlaufbahnen ihre jeweiligen Sonnen,

daß sie von ihnen bis zur Rotglut erhitzt werden, insofern folglich auch sichtbares Licht

aussenden.) Einer der grundlegenden Unterschiede zwischen Sternen und Planeten ist

aber immer, daß Objekte im All, die weniger als jeweils 0,085 Massen unserer Sonne in

sich vereinigen, keine Kernfusion von Wasserstoff 1 zu Helium betreiben können und,

eben als Planeten, erheblich weniger massiv und stattlich sind, dazu in ihrem Inneren viel

kälter als Sterne. Planeten sind meistens so kalt, daß sie  -  abgesehen von fremdem,

nämlich reflektiertem Licht  -  nur Wärme-(Infrarot-)strahlung in das sie umgebende All

abgeben; falls Planeten heiß sind, dann nur, weil sie von außen  -  von einem Stern  -

stark aufgeheizt werden. Und die meisten von ihnen umrunden ja auch eine Sonne.

 

Jeder Stern durchläuft einen inhärenten, konstitutiven Lebensweg mit mehreren klar

abgegrenzten, durch die Naturgesetze (insbesondere die Druck- und Gravitationsgesetze;

die Gesetze über das Verhalten von Gasen und Gesetze der Atomphysik) festgelegten und

bestimmten Phasen: Ein Stern bildet sich, entwickelt sich zu einem über lange Zeiten

stabil brennenden Himmelskörper, bis er sich am Ende seiner Zeit  -  über ein dann

unstetes und unbeständiges Stadium  -  seinem Tod als Weißer Zwerg, Neutronenstern

oder als Schwarzes Loch nähert: Die Existenz eines Sterns verläuft unabänderlich, von

vornherein durch Naturgesetze kausal bestimmt und vorausberechenbar festgelegt.

 

Planeten haben kein "festes Ablaufdatum" wie Sterne. Nachdem sie sich gebildet haben,

hängt ihr Bestand wie ihr Zustand wesentlich von äußeren Faktoren ab: Von ihrer Sonne

hauptsächlich, auch von schweren Meteoroiden-, Kometen- oder Asteroideneinschlägen.

Von innen induzierte Kräfte wie Vulkanismus, Plattentektonik oder Wärme infolge

radioaktiven Zerfalls spielen langfristig und grundsätzlich kaum eine Rolle: Planeten

können "ewig" leben, falls nicht ihre Sonne sie irgendwann im Todeskampf verbrennt

oder verschlingt und falls nicht  -  nach undenklichen Äonen  -  die Materie selbst

sich als instabil erweist. (Selbstverständlich unterliegen auch die Planeten ausschließlich

Naturgesetzen: Was ihnen jedoch im Laufe ihrer viele Jahrmilliarden währenden Existenz

widerfahren wird, läßt sich am Anfang ihres Bestehens nicht genauso kausalsicher

prognostizieren wie das bei Sternen der Fall ist.)

 

Sterne entstehen in einem jeweils von außen nach innen ablaufenden Evolutionsprozeß:

Kolossale interstellare Gas- und Staubwolken ziehen sich unter ihrer eigenen Schwerkraft

erst ganz unmerklich, dann, immer schneller werdend, zusammen und werden dabei

stetig dichter. Infolge dieser Kontraktion wachsen die Temperaturwerte und der Druck

innerhalb der Wolke, bis endlich, wenn im Zentralbereich der zusammenstürzenden Gas-

und Staubmassen (und über verschiedene verwickelte Zwischenstadien) Temperaturen

von einigen Millionen Kelvin erreicht sind, die Verschmelzung von Wasserstoff- zu

Heliumatomkernen zündet: Ein neuer Stern ist geboren. Die ersten Sterne entstanden

schon wenige Hundert Millionen Jahre nach dem Urknall; viele von ihnen sind längst

erloschen. Auch heutzutage (und bis in einige Hundert Milliarden Jahre in die Zukunft)

entstehen ständig neue Sterne mit ihren Systemen aus Planeten, Kometen und Staub.

 

Wie entstehen dagegen Planeten? Wohl fast ausschließlich im Gefolge der Bildung eines

oder mehrerer Sterne: Planeten sind ja  -  anfänglich zumindest  -  immer Bestandteile

eines Sternsystems. Im Gegensatz zu Sternen bilden sich Planeten von innen nach außen.

Der Astronom Croswell hat dies folgendermaßen formuliert (Quelle wie obiges Zitat):

"Bei seiner Geburt war selbst der mächtige Jupiter nicht mehr als ein Staubkorn, das

die Sonne umkreiste. Dieses Staubkörnchen klumpte dann mit anderen zusammen und

wuchs immer weiter, bis ein kleiner Asteroid aus ihm wurde und dann, durch Zusammen-

stöße mit anderen Asteroiden, ein größerer. Jupiter wuchs und wuchs, bis er ein Eis- und

Felsbrocken von etwa der zehnfachen Masse der Erde war. Seine Gravitation zog große

Mengen Wasserstoff- und Heliumgase an, die in der Scheibe um die junge Sonne reichlich

vorhanden waren, bis er sein heutiges Gewicht von über dreihundert Erdmassen erreichte."

 

So hat sich vor 4,55 Milliarden Jahren unserer Sternsystem gebildet und zieht seither als

einsame Insel mit seinem Zentralgestirn, der Sonne, mit seinen acht Planeten, einigen

Zwergplaneten, Hunderttausenden von Kometen und Asteroiden sowie Unmengen von

winzigen Gesteinsschutt-Trümmern durchs All. Betrachten wir nun die so fern liegenden,

und dennoch uns benachbarten Inseln (Erläuterungen zu Größenklassen etc. im Anhang).

Halten wir erstens fest:

 

Unsere Sonne erscheint uns nur deshalb nicht als punktförmiges Gestirn (so wie die

vielen tausend anderen Sterne, die man in einer klaren Nacht und bei ausgezeichneten

Sichtbedingungen am Himmel sehen kann), weil sie uns relativ nahe steht. Aber sie ist

doch ein Mitglied derselben Kategorie selbstleuchtender Himmelskörper, die wir

"Sterne" nennen und von denen wir bis vor nicht allzu langer Zeit überhaupt nicht

wußten, was die Ursache dafür ist, daß sie scheinen.

 

Tatsächlich waren sich noch um das Jahr 1900 die Menschen ganz im unklaren darüber,

warum die Sonne mit so außerordentlich enormer Strahlkraft leuchtet  -  aber vor allem,

warum sie so ausdauernd, so scheinbar unerschöpflich brennt: Also, was denn eigentlich

die Energiequelle der Sonne sei. Alle Vermutungen darüber liefen völlig ins Leere.

 

"Das große Räthsel liegt jedoch darin, wie eine so ungeheure Verbrennung (wenn eine

solche wirklich auf der Sonne Statt findet) unterhalten werden kann. Jede Entdeckung

der Chemie läßt uns hier völlig im Stich oder scheint uns vielmehr die Aussicht auf eine

genügende Erklärung ferner zu rücken", faßte zu Beginn des 19. Jahrhunderts der

Astronom John Herschel die quälende Frage zusammen: Alles Leben auf der Erde ist

existentiell von dem riesigen Glutball in 150 Millionen Kilometern Entfernung abhängig,

doch seit Anbeginn der Menschheit hatte niemand, kein Gelehrter oder sonstwer, auch

nur die leiseste Ahnung, woher die Sonne ihre beständige sengende Strahlkraft bezog.

 

Der Heilbronner Arzt Julius Robert Mayer, der 1842 das fundamentale Naturgesetz von

der Erhaltung der Energie (den Ersten Hauptsatz der Thermodynamik) entdeckte, wies

dann im Jahr 1848, erstmals durch Zahlen fundiert, nach, daß chemische Energiequellen,

wie z. B. die Verbrennung, als Grundlage der Sonnenkraft vollständig ausscheiden: Wäre

die Sonne  -  bei ihrer Größe von rund 1,39 Millionen Kilometern Durchmesser  -  eine

Kugel aus bester Steinkohle, würde sie schon nach 5.000 Jahren zu Asche verbrannt sein

(vorausgesetzt, im luftleeren All könnte sie überhaupt brennen). Und selbst diejenige

chemische Reaktion, welche die optimalste Energiemenge bei geringster eingesetzter

Masse freisetzt  -  die Vereinigung von Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser (bekannt

als "Knallgasreaktion")  -  würde der Sonne nur für genau 3.021 Jahre Energie für ihr

Leuchten liefern: So genau hat das Hermann v. Helmholtz im Jahr 1854 ausgerechnet.

 

Auch andere Hypothesen zur Erklärung der Sonnengewalt scheiterten, unter anderem

die Vermutungen, unser Zentralgestirn würde infolge eines ständigen Meteoritenregens

oder aber durch langsame Kontraktion (Schrumpfung) kolossal erhitzt werden.

 

Erst als um das Jahr 1900 mit der Entdeckung der Radioaktivität eine im Vergleich zur

chemischen Energie völlig andersartige Quelle der Energieumwandlung entdeckt wurde,

keimte die Vermutung auf, Vorgänge im Atomkern und zwischen Atomkernen könnten

des Rätsels langgesuchte Lösung sein. Vor weniger als einhundert Jahren, insbesondere

zum Ende der Zwanziger Jahre und während der darauf folgenden beiden Dekaden des

20. Jahrhunderts, entschlüsselten Wissenschaftler die Geheimnisse der Verschmelzung

von leichten Atomkernen zu schwereren (der Kernfusion  -  die allerdings nicht mit

Radioaktivität zu verwechseln ist), denen die Sonne ihre Energieabstrahlung verdankt.

Die Sonne  -  und grundsätzlich auch die Sterne. Denn die Sonne ist eben ein Stern, oder

aber: Die Sterne sind Sonnen, von denen uns jeder einzelne nur deshalb sehr viel weniger

massig und gleißend hell erscheint wie unsere eigene Sonne, weil er unvorstellbar viel

weiter weg ist. Alpha Centauri A (Toliman), einer der uns am benachbartsten Sterne,

weist ungefähr dieselbe tatsächliche Helligkeit auf wie unser Zentralgestirn, zieht jedoch

in 276.000facher Distanz zu uns durch das Universum. Und da die scheinbare Helligkeit

sich proportional im Quadrat zur Entfernung ändert, stellt sich eben die Leuchtkraft

von Alpha Centauri A für uns dar als ein rund Sechsundsiebzigmilliardstel (nämlich:

276.000 mal 276.000) der Sonne: Toliman erscheint uns als Leuchtpunkt, als Stern.

 

Die "Vereinigung", die Quasi-Gleichsetzung der Begriffe "Sonne" und "Stern" zählt ohne

Zweifel zu den großartigsten Abstraktionsleistungen der Kulturgeschichte: Dafür muß

man nun in Kauf nehmen, daß beide Begriffe austauschbar sind, und daß als derjenige

Stern, welcher der Erde am nächsten steht, genaugenommen die Sonne genannt werden

muß  -  aber ebenso, daß man von fernen Sternen auch als von "fremden Sonnen" (oder

ähnlich) sprechen kann. Man muß hier eben auf den jeweiligen Kontext achten.

 

Übrigens: Wie wir heute wissen, ist unsere Sonne etwa 4,55 Milliarden Jahren alt. Sie

könnte, wie oben erwähnt, unter Umsetzung von chemischer Energie nur etwa den

Millionstel Teil dieses gewaltigen Zeitraumes einen solch enormen Brennvorgang in

ihrem Inneren aufrechterhalten, der sie tatsächlich strahlen läßt. Und das heißt im

Umkehrschluß: Die Energiequelle der Sonne und der anderen Sterne (die Kernfusion,

eben jene Kraft, die bei der Verschmelzung von Atomkernen frei wird) muß mindestens

eine Million Mal stärker sein als jede chemische Energiequelle.

Noch vor einigen hundert Jahren wäre es keinem Menschen eingefallen, unsere Sonne

als Stern zu bezeichen. Denn, historisch betrachtet, ist ja der Begriff "Stern", wie

der Astronom Ken Croswell treffend festgehalten hat, einer der einfachsten, aber auch

einer der ursprünglichsten Begriffe der Menschheit. Erst im vergangenen Jahrhundert

"durchschaute die Wissenschaft, wie Sterne entstehen und daß die meisten ihre Energie

aus der Kernfusion beziehen. Auf die Definition, was ein Stern ist, sollte dies jedoch

keinen Einfluß haben. So galten vor Jahrtausenden nur die paar tausend Lichtpunkte,

die man in einer klaren Nacht mit bloßem Auge sehen konnte und die sich nicht so

bewegten wie Planeten, als Sterne. Niemand hätte die Sonne als Stern bezeichnet, und

niemand konnte die schwächeren Lichtpunkte sehen, die sich erst nach der Erfindung

des Teleskops offenbarten. Seitdem hat sich der Begriff 'Stern' erweitert und umfaßt

eine immer größere Anzahl und Vielfalt von Himmelskörpern, wobei solche, die viel

weniger Licht ausstrahlen als die Sonne, weit zahlreicher sind als alle anderen."

(Zitat 1  >>>)

Direkt zur Sternenliste

Am Ende der vorhergehenden Seite hatten wir den qualitativen Massenunterschied

zwischen so verschiedenen Himmelsobjekten wie der Sonne, dem Planeten Jupiter sowie

weiteren Planeten, unter anderem der Erde, betrachtet. Im Folgenden wollen wir uns in

unserer Nachbarschaft im All umschauen und uns fragen: Welche Typen von Körpern

gibt es generell im Universum: Welche kommen häufig vor, welche aber seltener oder

sogar nur vereinzelt? Da dies eine Website ist, die dem astronomischen Laien erst einmal

einige einführende Hinweise geben soll, beginnen wir die Betrachtung bei unserer Sonne

und ihren Planeten, um dann zu den uns am nächsten gelegenen Sternen fortzuschreiten

und uns eine Liste der im Umkreis von 30 Lichtjahren befindlichen Sterne anzuschauen.

Kosmische Körper - Sterne und Planeten

Astronomie: Zahlen, Schaubilder und Tabellen / 2

Sonne

4,87

8 Min. 20 Sek.

70 Ophiuchi A

70 Ophiuchi B

5,50

7,47

16,580

Sigma Draconis

5,89

18,77

Alsafi

Äta Cassiopeiae

4,57

19,42

36 Ophiuchi A

36 Ophiuchi B

36 Ophiuchi C

5,07

5,08

6,32

19,5

Gliese 783 (HR 7703)

6,53

19,62

 Delta Pavonis (Gliese 780)

4,62

19,92

Gliese 892 (HR 8832)

6,46

21,35

Xi Bootis

5,54

21,89

Gliese 105

6,50

23,42

HD 4628

6,37

24,31

Beta Hydri

3,45

24,33

Gliese 68 (107 Piscium)

5,87

24,57

My Cassiopeiae

5,77

24,6

Gliese 66A

Gliese 66B

6,25

6,27

25,5

Chi Draconis A (Gliese 713A)

Chi Draconis B (Gliese 713B)

4,04

26,3

Alahakan

Pi3 Orionis (Gliese 178)

3,65

26,32

Tabit

My Herculis A (Gliese 695A)

3,82

27,11

Zäta Tucanae (Gliese 17)

4,67

28,01

Chi 1 Orionis A (Gliese 222A)

4,82

28,26

Gliese 183

6,51

28,4

Gliese 666 (41 Arae A)

5,74

28,7

Xi Ursae Maioris A

Xi Ursae Maioris B

4,66

5,16

28,7

Alula Australis

Gamma Leporis A (Gliese 216)

Gamma Leporis B (Gliese 216)

3,84

29,12

Kursi al Jabbar

Delta Eridani (Gliese 150)

3,77

29,49

Rana

Gliese 451 (Groombridge 1830)

6,64

29,7

Argelander's Stern

Beta Comae Berenices (Gliese 502)

4,46

29,78

Kappa 1 Ceti (Gliese 137)

5,16

29,81

es folgt noch etwas...

Gliese 785 (HR 7722)

6,00

29,06

Gliese 785 wird von mindestens zwei Planeten umrundet.

Gliese 506 (61 Virginis)

5,07

27,90

Gliese 506 ist ebenfalls ein sehr sonnenähnlicher Stern. Er ist ungefähr 1,5 bis 2 Milliarden Jahre älter als die Sonne (sein

jetziges Alter beträgt schätzungsweise 6,1 bis 6,6 Milliarden Jahre). Er wird von drei Planeten auf sehr nahen bis nahen Umlauf-

bahnen umrundet; sie verfügen über Massen von annähernd 5 bis 25 Erdmassen und gelten damit als "Super-Erden" bzw.

"Gesteins-Neptune". Darüber hinaus ist der Stern in einer Distanz von 4,5 bis 15 Milliarden Kilometern von einer umfangreichen

Staub- und Trümmerscheibe umgeben, in der sich wenigstens 10mal soviele Kometen wie im Kuiper-Gürtel bzw. der Oort`schen

Wolke unseres Sonnensystems befinden. Die Planeten sind also wahrscheinlich häufigen Kometen-Einschlägen ausgesetzt.

Beta Canum Venaticorum (Gliese 475)

4,64

27,53

Asterion / Chara

Asterion ist ein sehr sonnenähnlicher Stern. Er ist etwa 1 bis 2,5 Milliarden Jahre älter als die Sonne (sein derzeitiges Alter

beträgt schätzungsweise 5,3 bis 7,1 Milliarden Jahre) und enthält weniger schwere Elemente als unser Zentralgestirn. Er

wird als einer der aussichtsreichsten Kandidaten auf einer Liste der Sternsysteme für die Suche nach außerirdischem

Leben angesehen; mit den bisherigen Beobachtungsmethoden und -genauigkeiten konnten allerdings noch keine

Hinweise auf Begleiter  -  insbesondere Planeten  -  gefunden werden.

Alpha Piscis Austrini

1,72

25,13

Fomalhaut

Fomalhaut wird von mindestens einem Begleiter ("Dagon") umkreist, welcher der erste extrasolare Planet ist, der im sichtbaren

Licht auf Photos abgebildet werden konnte (und nicht nur indirekt  -  wie die meisten der anderen extrasolaren Planeten  -  nach-

gewiesen wurde). Darüber hinaus ist Fomalhaut von mehreren Trümmer- und Staubscheiben umgeben. Fomalhaut wird noch

von 2 anderen Sternen eskortiert, die relativ nahe zu ihm liegen (0,91 bzw. 2,5 LJ), und wovon ersterer (TW Piscis Austrini) unter

günstigsten Sichtbedingungen gerade noch als schwacher Punkt sichtbar sein kann (visuelle Helligkeit 6,48 m).

Alpha Lyrae

0,582

25,04

Wega / Vega /  Lucida Lyrae

Wega gehört neben Arktur und Capella zu den hellsten Sternen am nördlichen irdischen Nachthimmel. Innerhalb von 30 LJ um

die Sonne ist Wega der tatsächlich mächtigste Stern: Sie strahlt mit der 41fachen Leuchtkraft der Sonne. Sie rotiert ähnlich rasch

wie Atair um ihre eigene Achse, was eine deutliche Abplattung zur Folge hat: Ihr Poldurchmesser beläuft sich auf 3,28 Millionen

Kilometer, ihr Äquatordurchmesser dagegen auf 3,92 Millionen Kilometer (Durchmesser Sonne: 1,393 Millionen Kilometer).

Gliese 667

7,07

23,3

Gliese 667 ist ein System, das hauptsächlich aus 3 Sternen und mehreren Planeten besteht; sicherlich neben interplanetarem

Staub, Asteroiden, Kometen etc. (Zutaten, die wohl bei allen Sternsystemen vorhanden sind). Die beiden massereichsten Sterne

des Systems (je etwa zweidrittel der Masse unserer Sonne) umrunden einander  -  ihren gemeinsamen Masseschwerpunkt  -  in

einem hochelliptischen Orbit, auf dem sie sich bis zu 750 Millionen Kilometer annähern, um sich dann auf 3 Milliarden Kilometer

zu entfernen; ein Orbit währt rund 42 Jahre. Der dritte Stern umläuft das genannte Paar in einem Abstand von circa 35 Milliarden

Kilometern. Er wird von 2 Planeten auf sehr engen Bahnen umkreist; weitere postulierte Planeten wurden bisher nicht bewiesen.

Gliese 139 (82 Eridani)

5,34

19,71

Gliese 139 ist ein Sternsystem, das mehrere Planeten und eine Staubscheibe enthält. Es sind jedoch weitere Beobachtungen

erforderlich, um die genaue Natur des Systems herauszufinden: Insbesondere die genaue Anzahl der Planeten, die den Stern

umkreisen, ist noch ungewiß. Einige Astronomen gehen von bis zu sechs Planeten aus; fünf von ihnen umrunden Gliese 139

auf recht nahen Umlaufbahnen (von nur etwas über 14 Millionen bis rund 76 Millionen Kilometern Entfernung, was ungefähr

einem Zehntel bis der Hälfte derjenigen Distanz entspricht, in welcher die Erde die Sonne umläuft).

Gliese 570

6,89

19,11

Gliese 570 ist ein interessantes Mehrfachsternsystem: In einem 2200 Jahre dauernden Orbit befinden sich um den hier in der

linken Spalte aufgeführten Hauptstern  -  und im Mittel ungefähr 30 Milliarden Kilometer von diesem entfernt  -  2 rote Zwergsterne,

die selbst einander umrunden. In weiteren etwa 230 Milliarden Kilometern Abstand (zweieinhalb Hundertstel eines Lichtjahres) von

dem Dreifachsystem zieht ein kühler Brauner Zwerg seine Bahn durchs All, dessen Oberflächentemperatur nur 500 Grad Celsius

beträgt. Selbstverständlich kann nur der Hauptstern von der Erde aus mit bloßem Auge gesehen werden  -  gerade so eben noch.

Alpha Aquilae

2,21

16,73

Atair / Altair

Atair rotiert rasend um seine eigene Achse: Die Rotationsgeschwindigkeit an seinem Äquator beträgt rund 1 Million km / Stunde.

Dies ist drei Viertel derjenigen Geschwindigkeit, bei der es den Stern auseinanderreißen würde. (Rotationstempo der Erde am

Äquator: 1.667 km/h.) Aufgrund dieses Umstandes ist Atair merklich abgeplattet: Sein Poldurchmesser beträgt 2,27 Millionen km,

sein Äquatordurchmesser dagegen 2,82 Millionen km (Verhältnis 1 zu 1,24).

Omega2 Eridani (40 Eridani)

5,92

16,257

Keid

Es handelt sich bei 40 Eridani um ein Dreifachsternsystem: Nur der größte Stern davon  -  40 Eridani A  -  (etwas kleiner als unsere

Sonne, mit rund der Hälfte von deren Leuchtkraft) ist mit bloßem Auge sichtbar. Er wird in etwa 60 Milliarden Kilometern Entfernung

und mit einer Periode von fast 8.000 Jahren von einem Sternenpaar umkreist: Einem weißen und einem roten Zwergstern (auf

ihrem elliptischen Orbit umeinander durchschnittlich 5,25 Milliarden Kilometer getrennt), wovon der WZ schon in einem kleinen

Fernrohr gesehen werden kann. Er ist damit der am besten beobachtbare WZ: relativ nah zu uns, und er geht nicht, wie z. B.

die Begleiter von Sirius und Procyon, in der Lichtflut des Hauptsterns nahezu unter. Weiter von Interesse: Ein Planet umläuft

40 Eridani A  -  ein Begleiter, dessen Entdeckung erst vor wenigen Monaten (am 18. Juli 2018) bekanntgegeben wurde.

Epsilon Indi

6,89

11,869

Epsilon Indi wird in relativ großer Entfernung  -  nämlich in circa zwei Hundertstel eines Lichtjahres  -  von zwei Braunen Zwergen

umrundet, die selbst wiederum umeinander kreisen: während einer Spanne von annähernd 15 Jahren in einem Abstand von etwas

mehr als 300 Millionen Kilometern. Selbst der größere von beiden glimmt nur mit zwei Hunderttausendstel der Leuchtkraft unserer

Sonne. Zudem wird Epsilon Indi, als Hauptstern des Systems Epsilon Indi A genannt, in für Verhältnisse eines Sternsystems

typischer Distanz (rund 2 Milliarden Kilometern) von einem Planeten mit schätzungsweise 3- bis 4facher Jupitermasse umrundet.

Tau Ceti

5,68

11,753

Tau Ceti ist von einer (im Vergleich zu den Verhältnissen im Sonnensystem) sehr massereichen Staub- und Trümmerscheibe

umgeben. Es gibt Hinweise auf die Existenz von 5 Planeten, die den Stern umkreisen  -  davon 2 in sehr nahen Umlaufbahnen.

Alpha Canis Minoris

2,66

11,402

Procyon / Antecanis / Elgomaisa

Unter den uns benachbarten Sternen ist Procyon das zweitnächste Doppelsternsystem (nach Sirius), das einen Hauptstern (A)

und einen ihn umlaufenden Weißen Zwerg (WZ) umfaßt. Ein WZ ist ein Objekt, das die Endphase im Leben vieler Sterne darstellt:

Nach Abstoßung ihrer äußeren Gashülle bestehen sie vorwiegend aus einem übriggebliebenen Kern aus Kohlenstoff und Sauer-

stoff, nur etwa von Erdgröße, aber mit einer Durchschnittsdichte um 1 Tonne pro Kubikzentimeter. Der WZ bei Procyon A, schon im

Jahr 1844 vorhergesagt  -  indes erst 1896 in einem Teleskop gesichtet  -, umkreist Procyon A  in ca. 41 Jahren, wobei er sich ihm

bis auf 1,34 Milliarden Kilometer nähert, um sich anschließend wieder auf 3,15 Milliarden Kilometer zu entfernen.

61 Cygni A

61 Cygni B

7,49

8,31

11,401

61 Cygni war der erste Stern, dessen Entfernung zum Sonnensystem mit wissenschaftlicher Methode (Parallaxenmessung)

und auch hinreichend genau bestimmt wurde (im Jahr 1838 durch Friedrich Wilhelm Bessel).

Epsilon Eridani

6,19

10,475

Ran

Epsilon Eridani ist in einigen Milliarden Kilometern umgeben von einer massereichen Staubscheibe; und weiter innen

im Sternsystem umrunden zwei Asteroidengürtel und mindestens ein Planet, der AEgir (sic!) genannt wird, den Stern.

Alpha Canis Maioris

1,42

08,659

Sirius / Canicula / Aschere

Sirius ist der deutlich hellste Stern am irdischen Nachthimmel. Innerhalb der 60 Lichtjahre durchmessenden virtuellen Raum-

kugel mit unserer Sonne im Mittelpunkt weist nur die Wega eine größere tatsächliche Leuchtkraft auf: Sirius strahlt fast 25mal

so hell wie die Sonne; Wega dagegen rund 41mal: Da sie aber weiter entfernt ist als Sirius, erscheint sie  -  von der Erde aus

gesehen  -  weniger auffällig als jener. Sirius glänzt etwa doppelt so hell am irdischen Himmel wie der nach ihm zweithellste

Stern, nämlich Canopus. Um den 3. Platz in der Rangfolge der strahlendsten Sterne am Firmament gibt es dann ein Gerangel:

Alpha Centauri scheint der dritthellste Stern zu sein. Schon mit einem kleinen Teleskop erkennt man aber, daß er (der sich dem

bloßen Auge als ein einziges Gestirn  -  als ein einziger leuchtender Punkt  -  darbietet) in Wirklichkeit aus 2 Sternen besteht, die

umeinander kreisen und von denen der hellere von beiden etwas lichtschwächer ist als ein ganz anderer Stern, und zwar Arktur,

der somit in der Rangfolge der hellsten Einzelsterne am irdischen Firmament knapp den dritten Platz vor Alpha Centauri A belegt.

Alpha Centauri B

Alpha Centauri A

4,38

5,71

04,365

Rigil Kentaurus / Rigilkent /

Toliman / Bungula

Alpha Centauri A gehört nicht nur zum nächstgelegenen Sternsystem, sondern ist darüber hinaus  -  zufälligerweise  -  auch noch

der sonnenähnlichste Stern unter den fast 300 Sternen, die sich im Raumbereich von 30 Lichtjahren um unser Sonnensystem

herum befinden: Denn so wie die Sonne ist auch Alpha Centauri A  ein Stern des Spektraltyps und der Leuchtkraftklasse G 2 V.

Erst in einer Distanz von 30,1 Lichtjahren findet sich mit Gliese 442 A ein weiterer Stern genau dieser Kategorie.

 

 

 

 

 

Wenn man sich die eben aufgeführte Sterntabelle anschaut, fällt zunächst auf:

 

Die Sterne scheinen uneinheitliche Namen zu haben, scheinen nach unterschiedlichen Systemen und Vorgaben benannt zu sein.

 

Und es ist in der Tat so, daß es verschiedenartige Sternkataloge gibt: Das sind jeweils einzelne geordnete Verzeichnisse von Sternen, in denen die für einen bestimmten Zeitpunkt gültigen Koordinaten sowie

die charakteristischen Parameter wie beispielsweise die scheinbare Helligkeit, die absolute Helligkeit, die Spektralklasse, die Masse, die Entfernung und die Eigenbewegung gewisser Gestirne registriert sind.

 

Auf derartige Sternkataloge wird insbesondere dann zurückgegriffen, wenn es darum geht, bestimmte Sterne zu kennzeichnen, die eine recht geringe scheinbare Helligkeit aufweisen, die also freiäugig kaum oder

gar nicht sichtbar sind  -  und es existieren ja Hunderttausende von Sternen, die man schon allein durch ein kleines Fernrohr ausmachen kann, ganz zu schweigen von den Millionen mit den mächtigsten Teleskopen

erkennbaren. Solche Gestirne werden dann mit dem (meist abgekürzten) Namen des Katalogs, auf den man sich bezieht, betitelt sowie mit der Nummer, unter welcher sie in dem betreffenden Katalog aufgeführt sind.

 

Dabei sind vielfach recht schwer lesbare Sternbezeichnungen entstanden wie etwa HIP 60396: Derselbe Stern wird nun aber auch SAO 180742 und HD 107756 genannt  -  weil er eben in verschiedenen eigenständigen

Katalogen aufgelistet ist: Die erste Benennung in diesem Beispiel bezieht sich auf denjenigen Katalog, den man aus den gewonnenen Daten des Astrometrie-Satelliten HIPPARCOS aufgestellt hat (daher die Abkürzung

"HIP"), welcher im Jahr 1989 gestartet wurde und der in einer Erdumlaufbahn bis 1993 den Himmel mehrfach abtastete; er hat von 118.218 Sternen hochpräzise Parallaxen detektiert  -  woraus man die Entfernungen

herleiten kann  -,  und er hat von fast allen Sternen mit einer scheinbaren Helligkeit (siehe unten) bis zur Größe von 10m äußerst genaue Helligkeitswerte ausgekundschaftet.

 

Die hellsten Sterne am irdischen Firmament jedoch tragen nicht nur solche für einen Laien kryptischen Nummern- / Buchstabenkombinationen irgendwelcher Kataloge, sondern führen Eigennamen, die vielfach schon

aus der Antike beziehungsweise aus dem Mittelalter herrühren: Sirius, Procyon, Wega, Arktur, Capella, Aldebaran, Canopus, Beteigeuze und Rigel sollen hier exemplarisch genannt sein.

 

Und die auffälligeren Sterne einer Konstellation werden darüber hinaus gewohnheitsmäßig mit altgriechischen Buchstaben  -  vereinzelt auch mit kleinen oder großen lateinischen  -  bezeichnet, gefolgt vom Genitiv des

lateinischen Sternbildnamens: Wobei oft dem glänzendsten Stern einer Konstellation der Buchstabe Alpha zugewiesen wurde, dem zweithellsten Beta und entsprechend weiter.  So gibt es das Sternbild "Großer Hund",

auf lateinisch "Canis Maior"  -  der leuchtendste Stern in besagter Konstellation ist der Sirius, so daß er neben diesem Eigennamen auch die Titulatur "Alpha Canis Maioris" trägt, ebenso jedoch aparte Katalognamen

zugewiesen bekommen hat wie GJ 244, HD 48915, HIP 32349 oder auch LTT 2638, TYC 5949-2777-1 und noch weitere Bezeichnungen.

 

Das traditionsreichste Benennungssystem ist das letztgenannte, dasjenige mit den griechischen Buchstaben. Es wurde von dem deutschen Astronomen Johann Bayer (1572 - 1625) im Jahr 1603 lanciert, in seinem

astronomischen Hauptwerk, dem Himmelsatlas Uranometria. Ein anderes ehrwürdiges System geht zurück auf den englischen Astronomen John Flamsteed (1646 - 1719) und bedient sich ebenfalls der lateinischen

Sternbildertermini: Hier werden Zahlen, verbunden mit dem Genitiv der betreffenden Konstellation verwendet, z. B. 61 Cygni.

 

Kommen wir nun zur Rubrik "Scheinbare Helligkeit in Größenklassen" sowie "Absolute Helligkeit" der Sterntabelle:

 

Schon ein flüchtiger Blick in das nächtliche Firmament zeigt, daß die Gestirne unterschiedlich hell erscheinen. Bei sehr guten Sichtbedingungen können mit bloßem Auge etwa dreieinhalbtausend Sterne an einer Hemisphäre

gesehen werden, die andere Himmelshalbkugel ist ja von der Erde bedeckt. Nur wenige Sterne sind auffällig glänzend; die mehr unscheinbaren überwiegen bei weitem. Es ist klar, daß ein Objekt aus zwei Gründen hell wirken

kann: Entweder es steht uns sehr nahe, oder aber seine Strahlkraft ist tatsächlich sehr groß. (Sofern beide Bedingungen eintreffen, kommt der Körper dem Betrachter selbstverständlich greller vor als jeder andere.)

 

Wenn ich, um ein Beispiel zu nehmen, ein Streichholz entzünde und es in einer Distanz von 20 Zentimetern vor meine Augen halte, erscheint es blendender als ein Flutlichtscheinwerfer, der am Horizont (in etwa 5 Kilometern

Entfernung) ein Fußballfeld beleuchtet. Die scheinbare Helligkeit der Zündholzflamme ist also viel größer als diejenige des Scheinwerfers. Um beide Objekte in ihrer tatsächlichen Leuchtkraft nun aber vergleichen zu können,

gibt es einen eingängigen Weg, bequem beschreitbar schon für Laien, die mit physikalischen Parametern wie Watt, Lux und Lumen auf dem Kriegsfuß stehen und auch mit mathematischen Berechnungen nicht viel anzufangen

wissen: Man muß beide Körper aus demselben Abstand betrachten. Wir versetzen also das Zündholz einerseits sowie den Flutlichtscheinwerfer andererseits in eine Standardentfernung von, sagen wir, 1 Kilometer. Nun bemerkt

jeder: Die Streichholzflamme ist viel lichtschwächer als der Scheinwerfer; und wenn wir anschließend einen dritten, einen vierten Leuchtkörper mit den beiden ersten vergleichen wollen  -  vielleicht eine Nachttischglühlampe

und eine Reklame-Neonröhre  -, so müssen wir sie nur aus der Standarddistanz betrachten und haben einen treffenden Eindruck von der so erkannten wirklichen Leuchtstärke oder der "Absoluten Helligkeit" der gegeneinander

visuell abzuwägenden Gegenstände. Dabei ist die Frage ziemlich unerheblich, als wie groß ich die Standardentfernung festlege: Sie muß nur bei jedem Vergleichsvorgang dieselbe sein und auch zukünftig bleiben, und sie muß

handhabbar sein  -  es würde keinen Sinn ergeben, ein Flutlicht und eine Zündholzflamme aus einem Zentimeter oder aber aus zweihundert Millionen Kilometern Abstand zu betrachten: In erstgenanntem Fall würde ich über

alle Maßen geblendet und überhaupt des Messens unfähig sein, im letztgenannten Fall beide Objekte gar nicht mehr wahrnehmen können.

 

In der Sternenkunde sind die Verhältnisse ähnlich. Ein astronomisches Fachbuch spiegelt mein Beispiel mit dem Streichholz und dem Scheinwerfer sehr schön in die Welt des Himmels; ausgehend von der Tatsache, daß Sterne

uns unterschiedlich hell erscheinen (einige strahlen so auffällig, daß wir mit ihrer Hilfe Sternbilder identifizieren, andere sind wiederum so lichtschwach, daß wir sie freiäugig kaum wahrnehmen können), wird erläutert:

 

"Allerdings verraten uns diese Helligkeitsunterschiede allein nicht das Geringste darüber, wie viel Licht diese Sterne aussenden, denn die Helligkeit eines Sterns hängt nicht nur davon ab, wieviel Licht er tatsächlich ausstrahlt,

sondern auch von seiner Entfernung zu uns. Die Sterne Prokyon und Beteigeuze, die zwei der drei Ecken des Winterdreiecks bilden, erscheinen am Himmel etwa gleich hell. Allerdings sendet Beteigeuze etwa 5000mal mehr Licht

aus als Prokyon. Er erscheint am Himmel nur deshalb etwa gleich hell, weil er viel weiter von uns entfernt ist." (Zitat 2  >>>)

 

Weil am Firmament ähnlich stark (für unser Empfinden) zu leuchten scheinende Sterne in Wirklichkeit indes gravierend unterschiedliche Lichtmengen erzeugen können, hat man in der Astronomie unmißverständlich

zu unterscheiden zwischen der Helligkeit des Sterns am Himmel und der von ihm tatsächlich ausgesandten Lichtmenge.

 

"Wenn wir über die Helligkeit eines Sterns bei uns am Himmel sprechen, dann nennen wir diese die scheinbare Helligkeit  -  also die dem bloßen Auge erscheinende Helligkeit eines Sterns. Genau genommen definieren wir

die scheinbare Helligkeit eines Sterns als die Leistung (Energie pro Sekunde), die uns pro Einheitsfläche erreicht. (Der Fachausdruck für die scheinbare Helligkeit ist der Strahlungsstrom.) Wenn wir die Helligkeit

eines Sterns in einem absoluten Sinne, also unabhängig von seiner Entfernung, meinen, dann nennen wir das seine Leuchtkraft  -  d. h. die gesamte Leistung, die ein Stern in den Weltraum aussendet. Den Unterschied

zwischen Leuchtkraft und scheinbarer Helligkeit können wir uns anhand einer 100-Watt-Glühbirne veranschaulichen. Die Birne sendet immer die gleiche Lichtmenge aus, daher verändert sich ihre Leuchtkraft nicht. Ihre

scheinbare Helligkeit hängt allerdings davon ab, wie weit Sie von der Glühbirne entfernt sind: Wenn Sie direkt daneben stehen, sieht sie sehr hell aus, doch ihr Licht wird immer schwächer, je weiter wir uns von ihr entfernen."

 

Wie wir die tatsächliche Leuchtkraft eines Sterns aus seiner scheinbaren Helligkeit berechnen, soll uns hier zunächst nicht interessieren. Es geht ja erst einmal darum, zu erklären, was es mit den Begriffen "Scheinbare Helligkeit

in Größenklassen" und "Absolute Helligkeit" in meiner Sterntabelle auf sich hat. Das eben zitierte Fachbuch setzt auseinander, daß Amateur- und Profiastronomen die im letzten Absatz erläuterten Größen "scheinbare Helligkeit"

und "Leuchtkraft" auf eine ganz bestimmte Weise benutzen, die schon auf den altgriechischen Astronomen Hipparchos (190 - 125 v. Chr.) zurückgeht, dem wir auf der Seite "Einführung in die Astronomie 2" dieser Website

bereits begegnet sind. Dieses Größenklassen-System des Hipparchos (in der Fachsprache Magnituden-System genannt) ...

 

"... hatte die Sterne ursprünglich danach klassifiziert, wie hell sie dem menschlichen Auge erscheinen, denn das bloße Auge war in der Antike das einzige Instrument, das zur Bestimmung von Sternhelligkeiten zur Verfügung stand.

Die hellsten Sterne werden als Sterne 'erster Größenklasse' (Magnitude), die nächsthellsten als Sterne zweiter Größenklasse usw. bezeichnet. Die schwächsten mit bloßem Auge sichtbaren Sterne sind sechster Größenklasse. Wir

nennen diese Bezeichnungen scheinbare Größenklassen, weil sie vergleichen, wie die Sterne am Himmel erscheinen. Beachten Sie, daß die scheinbaren Größenklassen direkt mit den scheinbaren Helligkeiten verbunden sind,

allerdings läuft die Skala rückwärts: Eine größere Ziffer bei der Größenklasse bedeutet eine geringere scheinbare Helligkeit. Ein Stern der vierten Größenklasse ist lichtschwächer als ein Stern erster Größenklasse."

 

Man könnte bemängeln, daß der Begriff "scheinbare Größenklassen" sprachlich unscharf ist, denn die Klassen sind ja nicht scheinbar, sondern werden, als astronomische Begriffe, wirklich verwendet. Treffender wäre es hier, von

"Klassen scheinbarer Sterngrößen" zu sprechen; nun gut. Viel wichtiger ist vor allem, daß man begreift: Der Begriff "Größe" in dem Hipparch'schen Magnitudensystem hat nichts, aber auch gar nichts, mit der körperlichen Größe,

mit dem Volumen etwa oder mit der Ausdehnung eines bestimmten Sterns zu tun, sondern meint in diesem Zusammenhang allein seine Helligkeit. Zweitens, wichtig: Je lichtschwächer ein Stern erscheint, eine desto höhere Ziffer

wird ihm im Hipparch'schen Magnitudensystem zugeteilt. Gleich mehr dazu...

 

"In heutiger Zeit wurde das System der Größenklassen erweitert und genauer definiert. Jede Differenz von fünf Größenklassen entspricht dabei genau einem Faktor 100 in der Helligkeit. Ein Stern der 1. Größenklasse ist also

hundertmal heller als ein Stern der 6. Größenklasse und ein Stern der 3. Größenklasse ist hundertmal heller als ein Stern der 8. Größenklasse. Als Ergebnis dieser genauen Definition kann die scheinbare Größenklasse der Sterne

eine Dezimalzahl sein; einige Sterne haben sogar eine scheinbare Größenklasse, die kleiner als 1 ist  -  das heißt, sie sind heller als die 1. Größenklasse. Der hellste Stern am Himmel, Sirius, hat beispielsweise eine scheinbare

Größenklasse von -1,46."

 

Wir präzisieren: Jeder Stern einer bestimmten Größenklasse unterscheidet sich in seiner Helligkeit um den Faktor 2,512 von einem Stern, der genau eine Größenklasse von ihm entfernt in dem Magnituden-System eingeordnet ist.

 

Größe 0  =  Der Stern ist 2,512mal heller als ein Stern der Größenklasse 1

 

6,31mal heller als ein Stern der Größenklasse 2

 

15,85mal heller als ein Stern der Größenklasse 3

 

39,82mal heller als ein Stern der Größenklasse 4

 

100mal heller als ein Stern der Größenklasse 5

 

251,26mal heller als ein Stern der Größenklasse 6

 

"Das heutige Magnitudensystem definiert auch eine absolute Größenklasse, mit der die Leuchtkraft der Sterne beschrieben werden kann. Die absolute Größenklasse eines Sterns ist gleich seiner scheinbaren Größenklasse,

sofern er sich in einer Entfernung von genau zehn Parsec (32,6 Lichtjahren) von der Erde befindet. So beträgt beispielsweise die absolute Größenklasse der Sonne etwa 4,8. Das bedeutet, die Sonne hätte die scheinbare Größen-

klasse 4,8, sofern sie sich in einer Entfernung von zehn Parsec von uns befinden würde  -  hell genug, um sichtbar zu sein, aber bei Nacht keineswegs auffällig."

 

Mit anderen Worten: Würde man unsere Sonne von einem Planeten aus betrachten, der in rund 33 Lichtjahren Distanz zu uns seinen Stern umkreist, würde sie wie ein schwaches punktförmiges Gestirn erscheinen inmitten

tausender anderer, davon vieler deutlich auffälligerer Sterne. Fassen wir zusammen:

 

1.) Die Sterne, die man an einem klaren nächtlichen Firmament sieht, wirken auf uns unterschiedlich hell.

 

2.) Diese Helligkeiten sind scheinbare Helligkeiten; sie vermitteln uns keinen Eindruck über die wirklichen Leuchtkräfte der Sterne. Ein Stern kann aus dem Grund hell wirken, weil

er (im Vergleich zu anderen Sternen) sehr nah an unserem Sonnensystem steht und relativ schwach leuchtet  -  oder aber deshalb, weil er, obwohl weit entfernt (unter Umständen

tausende Lichtjahre) extrem mächtig strahlt, möglicherweise bis zu fünfzigtausendmal heller als unsere Sonne. Es gibt sogar vereinzelte Sterngiganten  -  zum Beispiel im "Gürtel

des Orion"  -, die eine mehr als zweihunderttausendfache Leuchtkraft unseres eigenen Zentralgestirns aufweisen.

 

3.) Wenn man die Distanz zu einem Stern kennt, kann man aus seiner scheinbaren Helligkeit auf seine wahre Leuchtkraft schließen. Wie in obigem Beispiel mit einem der Sterne

(nämlich Alpha Centauri A) des nächsten Sternsystems veranschaulicht wurde (>>>), ändert sich die Helligkeit mit dem Quadrat der Entfernung.

 

4.) In dem auch heute noch weit verbreiteten sogenannten Magnitudensystem des bedeutendsten Astronomen der Antike, Hipparchos von Nikaia, werden die Sterne in Größenklassen

eingeteilt. Mit Größe ist nicht das Volumen oder die Masse, sondern vielmehr die Helligkeit gemeint. Jede Größenklasse unterscheidet sich von der benachbarten um den Faktor 2,512.

Kleinere Ziffern bedeuten, daß ein Gestirn heller ist. Negative Ziffern sowie Dezimalangaben sind möglich: So weist Sirius eine scheinbare Helligkeit von -1,46 auf; Deneb eine von 1,25.

 

5.) Bei besten Sichtbedingungen können Sterne der Größenklasse 6,5 gerade noch mit bloßem Auge ausgemacht werden, als hauchfeine Pünktchen. Alle (scheinbar) lichtschwächeren

Sterne sind nur mit einem Fernglas, einem Fernrohr oder aber mit einem Teleskop zu erkennen: In den größten davon kann man Sterne bis zu einer Helligkeit der 22. Größenklasse

auffinden: Also Gestirne, die (von uns aus betrachtet) zweieinhalb Millionen mal schwächer erscheinen als jene, die man gerade noch freiäugig sehen kann.

 

6.)  Die Einheit für die scheinbare Helligkeit eines Gestirns heißt magnitudo (lateinisch: Größe, Stärke). Ihre Abkürzung ist ein kleines m, das hochgestellt an die Ziffer der jeweiligen

Klasse angefügt wird: Die Helligkeit eines Sterns zweiter Größe beispielsweise wird geschrieben als 2m.

 

7.) Um die tatsächlichen Leuchtkräfte von Sternen auf einen Blick vergleichen zu können, rückt man sie gedanklich in eine Standarddistanz zum Sonnensystem. Diese Entfernung

beträgt 10 Parsec, also 32,6 Lichtjahre. Damit erhält man die absolute Helligkeit: Darunter versteht man seine von der Erde aus erscheinende  -  seine scheinbare  -  Helligkeit,

die er hätte, wenn er sich in einer Distanz von 10 Parsec befinden würde. Die Entfernung von 10 Parsec ist willkürlich gewählt, man hätte auch eine andere Distanz wählen

können, aber der Abstand von 10 Parsec ist sehr gut geeignet und handhabbar (siehe mein obiges Beispiel mit dem Zündholz und dem Flutlichtscheinwerfer).

 

8.) Um die Absolute Helligkeit von der Scheinbaren Helligkeit abzugrenzen, wird sie mit einem großen M abgekürzt. (Beide Ausdrücke  -  nämlich Absolute sowie Scheinbare

Helligkeit  -  werden von jetzt ab mit großen Anfangsbuchstaben geschrieben, weil sie stehende astronomische Begriffe sind.)

 

Zum Schluß ein Beispiel: Unsere Sonne hat eine Absolute Helligkeit von 4,87 M, Sirius eine von 1,42M.

Man erkennt sofort, daß Sirius tatsächlich eine weit größere Leuchtkraft aufweist als die Sonne.

 

 

Sterne sind untereinander äußerst unterschiedlich. Das wird unter anderem dadurch deutlich, daß sie von den Astronomen kategorisiert werden in verschiedene Spektraltypen und Leuchtkraftklassen.

Dies hat viel zu tun mit der Entwicklung der Sterne, die in dem wichtigsten astronomischen Schaubild, dem Hertzsprung-Russell-Diagramm, veranschaulicht wird. Das ist ein sehr umfangreiches Thema,

und deshalb werden wir es erst auf der nächsten Seite dieser Website behandeln.

Zitat 1

Zitat 2

Aus: Ken Croswell "Die Jagd nach neuen Planeten"; © 1997 by Ken Croswell / Published by The Free Press, a division of Simon & Schuster Inc., New York

Alle deutschsprachigen Rechte beim Scherz Verlag, Bern, München, Wien.

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Aus: Jeffrey Bennett, Megan Donahue, Nicholas Schneider, Mark Voit "Astronomie - Die kosmische Perspektive" / 5., aktualisierte Auflage;

© 2010 by Pearson Deutschland GmbH, Martin-Kollar-Straße 10-12, D-81829 München  /  www.pearson.de

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Eventuelle weitere Namen (Eigennamen) des Sterns

Entfernung von der Erde in Lichtzeit (angegeben in Lichtjahren, mit Ausnahme der Distanz zur Sonne)

Absolute Helligkeit

Spektraltyp:

A

F

G

K

Bezeichnung des Sterns

Scheinbare Helligkeit in Größenklassen (mv):

-20 und heller

(Sonne: -26,73)

-1 und heller

(Sirius: -1,46)

-1 bis 0

0 bis 1

1 bis 2

2 bis 3

3 bis 4

4 bis 5

5 bis 6,5

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