Das A 4

 

Die Fünfziger Jahre - Utopien, Ansätze, Überlegungen

 

Der Sputnik-Schock

 

Ein zögernder Präsident

 

Ein entschlossener Präsident

 

Verschiedene Konzepte (Direktflug, EOR, LOR)

 

Entschluß für LOR; Das LOR-Verfahren; Tagesfenster, Monatsfenster

 

Organisation, Systems-Management;

Auftragnehmer, Anlagen, NASA und -Zentren: (Karte)

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Projekt Apollo

Über einzelne Missionen des Programms

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"Wenn wir den Kampf um die Phantasie der Menschen gewinnen wollen,

dann sollten die dramatischen Leistungen, die in den letzten Wochen im Weltraum vollbracht wurden,

allen von uns eines klar gemacht haben (wie das übrigens schon der Sputnik im Jahr 1957 getan hat):

Nämlich, welch eine starke Anziehungskraft dieses neue Grenzland menschlichen Abenteuers ausübt.

 

"Es ist jetzt an der Zeit, längere Schritte zu gehen; Zeit für unsere Nation,

eine eindeutig führende Rolle in der Erzielung von Erfolgen im All zu übernehmen;

und so zu handeln, mag in vielerlei Hinsicht

den Schlüssel zu unserer Zukunft auf der Erde bereithalten.

 

"Ich glaube durchaus, daß wir über alle Ressourcen und alle notwendigen Begabungen dazu verfügen.

Aber es ist eine Tatsache, daß wir bisher niemals Entscheidungen auf nationaler Ebene getroffen

oder bundesweit jene Mittel sinnvoll organisiert haben, die eben benötigt werden,

um eine derartige Führungsrolle zu übernehmen.

Wir haben niemals weitreichende Ziele ausdrücklich definiert,

die termingebunden, in einem knappen Zeitrahmen, zu erreichen sein sollten

und haben niemals unsere Ressourcen und unsere Zeit so organisiert,

um die Erledigung solcher Aufgaben sicherzustellen.

 

"Wir können derzeit nicht garantieren, daß wir eines Tages die Ersten sein werden.

Garantieren können wir aber, daß wir uns an der letzten Stelle wiederfinden werden,

wenn wir es versäumen, diese Anstrengung zu unternehmen.

Wir gehen ein zusätzliches Risiko ein, da wir sie ohne jede Geheimnistuerei,

vor den Augen der ganzen Welt, unternehmen.

 

"Aber das ist nicht bloß ein Wettlauf.

Das Weltall steht uns jetzt offen; und unser Eifer, teilzuhaben an seiner Bedeutung,

wird nicht in erster Hinsicht durch das Bestreben anderer gelenkt.

Wir brechen deshalb ins All auf, weil freie Menschen an allem,

was immer die Menschheit als ganzes unternehmen mag, beteiligt sein müssen.

 

"Ich bin der Überzeugung:

Diese Nation sollte sich darauf festlegen, das Ziel zu erreichen,

einen Menschen auf dem Mond zu landen und ihn sicher zur Erde zurückzubringen,

noch bevor dieses Jahrzehnt der Vergangenheit angehört.

 

"Aber in einem sehr realen Sinn wird es nicht nur ein einzelner Mensch sein, der zum Mond aufbricht:

Es wird eine ganze Nation sein.

Denn jeder einzelne von uns muß daran arbeiten, ihn dorthin zu bringen.

 

"Lassen Sie mich auch betonen, daß durch mehr Geld allein die Arbeit nicht erledigt wird.

Diese Entscheidung erfordert ein bedeutendes nationales Engagement

hinsichtlich wissenschaftlichen und technischen Arbeitspotentials, von Material und Anlagen.

Sie bedeutet einen Grad an Hingabe, Organisation und Disziplin, die bisher nicht immer unsere Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen gekennzeichnet haben. Sie bedeutet, daß wir uns unnötige Arbeitsunterbrechungen

nicht leisten können, auch nicht aufgeblähte Preise für Material und Talente,

unnötige Grabenkämpfe zwischen Behörden oder eine hohe Fluktuation von Schlüsselpersonal.

 

"Neue Ziele und zusätzliches Geld können solche Probleme nicht lösen.

Sie könnten sie vielmehr verschlimmern - wenn nicht jeder einzelne beteiligte Wissenschaftler,

jeder Ingenieur, jeder Militärangehörige, jeder Techniker, Auftragnehmer, jeder Staatsbeamte

sich ganz persönlich dazu verpflichtet fühlt, daß es mit dieser Nation aufwärts gehen soll,

mit der ganzen Dynamik der Freiheit,

in das aufregende Abenteuer Weltraum."

 

 

John Fitzgerald Kennedy vor dem Kongreß der USA,

25. Mai 1961

 

Übersetzung der Redeausschnitte: heidel2001.eu

Grundsätzliche Themen

Die Inhalte zu diesen Themen folgen...

Grundlagen, Konzept, Organisation, Technik

 

"Herr Präsident, der Adler ist gelandet."

 

 

Aufschrift auf der Schleife an einem Blumenbukett, das ein Unbekannter am Abend des 20. Juli 1969

am Grab John F. Kennedys auf dem Nationalfriedhof Arlington bei Washington D. C. niederlegte.

Die Inhalte zu diesen Themen folgen...

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"Houston, 24. Juli 1969, 13.00 Uhr.

 

'Columbia' ist heil zur Erde zurückgekehrt. Landung um 11.50 Uhr im Pazifik,

rund 18 Kilometer von dem Bergungsflugzeugträger 'Hornet' entfernt.

 

Der Mann, der den großen Entwurf für den Vorstoß des Menschen in das All entwarf, John F. Kennedy, ist tot.

Welche Gedanken hätten ihn bewegt, wen er heute der Ehrengast auf der 'Hornet' gewesen wäre?

Als er 1961 die Landung auf dem Mond zum nationalen Ziel der Vereinigten Staaten erhob,

war Alan B. Shepard mit seiner winzigen 'Mercury'-Kapsel 'Freedom 7' auf einer ballistischen Bahn

gerade mit Mühe und Not 485 Kilometer weit durch den Raum geflogen.

 

Die Vereinigten Staaten besaßen weder die technischen noch die wissenschaftlichen Voraussetzungen

für das Programm, das Kennedy der Nation aufgegeben hatte.

Seine zeitliche Zielsetzung, das Jahr 1969, schien gänzlich unrealistisch zu sein.

 

Die Wetten gegen ihn standen 1 : 10.000.

 

Wenn irgendetwas uns Mut machen könnte,

den Herausforderungen unserer Zeit gerecht zu werden,

dann die Tatsache,

daß er gewann."

 

 

Rüdiger Proske

im Juli 1969

 

"Im Meer der Ruhe bleiben Andenken an den ersten Besuch des Menschen für immer zurück.

Da steht auf ihren vier stelzigen Beinen die Landestufe mit der neunsprossigen Leiter und

dem Apollo-11-Emblem, dem Adler, den Olivenzweig in den Klauen, und der über dem Mond

aufgehenden Erde. Und da steht, wie eine Standarte entfaltet, die amerikanische Flagge

als Siegeszeichen dieser Schlacht im technologischen Krieg.

 

"Da liegen jetzt die Geräte der Wissenschaft, die seismische Station, die ihr elektronisches Ohr

an den Mond legen soll. Da steht der Reflektor mit den hundert Prismen, die Laserstrahlen,

von der Erde ausgesandt, zurückwerfen sollen. Und da liegen die ausgedienten Geräte,

die mitzunehmen nur sinnloser Ballast gewesen wäre.

 

"Und da sind schließlich die Fußspuren der Menschen, die es wagten, die grandiose Öde

einer anderen Welt zu betreten. 'Wir kamen in Frieden...' lautet die Inschrift

am Landegestell, eingraviert in die Tafel aus rostfreiem Stahl.

 

"Dem Menschen auf seinem kleinen Stern, der seinen Erdschein auf dieses Denkmal

im Meer der Ruhe wirft, verbleibt nur die schwache Hoffnung, daß diese Worte

auch das Motto aller künftigen Expeditionen zum Mond sein mögen."

 

 

Adalbert Bärwolf

im Juli 1969

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