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Das Sternbild Orion, vom Proxima Centauri-System aus gesehen.

 

Links oben glänzen dicht nebeneinander 2 auffallende Gestirne und

markieren die Schulter des Orion:

 

Der rötlich leuchtende Überriese Beteigeuze und, als hellster Fixstern

am Sternenzelt eines Proxima Centauri-Planeten, der Sirius. Die

irdische Sonne erscheint nur als zehnthellster Stern am Himmel;

sie liegt hier außerhalb des Bildes.

 

Allein Alpha Centauri A und B strahlen als Sterne noch deutlich heller

am Firmament des Planeten als der Sirius (sie sind auf dem Bild nicht

zu sehen, da angenommen wird, daß sie derzeit nur von der Tagseite

des Planeten aus betrachtet werden können). Diese beiden Sonnen sind

allerdings auch nur rund den zehntel Teil eines Lichtjahres von Proxima

entfernt und bilden zusammen mit ihm ein einziges Sternsystem.

 

Proxima umrundet die beiden größeren Sonnen A und B auf einem

weiten elliptischen Orbit, innerhalb von 591.000 Jahren einmal.

 

Würden intelligente Bewohner des Proxima Centauri-Planeten eine

Raumsonde zu den Zentralsonnen ihres Dreifachsternsystems schicken

-  zu Alpha Centauri A und B eben -, würde diese Sonde etwa 2.600

(irdische) Jahre benötigen, um dort anzukommen, vorausgesetzt, sie

flöge mit der gleichen Geschwindigkeit wie Voyager 1, das schnellste

Raumfahrzeug, das wir Menschen bisher von der Erde weg hinaus aus

unserem eigenen Sonnensystem geschickt haben.

Alpha Centauri C, Proxima Centauri genannt, steht als Muttersonne am

Himmel eines Planeten, der den Stern - den Nachbarn unseres eigenen

Sonnensystems - in nur wenigen Millionen Kilometern umkreist.

 

Am rechten oberen Bildrand sind Alpha Centauri A und B zu erkennen,

die gewaltige eintausendvierhundert Milliarden Kilometer entfernt liegen

und deshalb hier zu einem einzigen sehr hellen Gestirn fast verschmelzen.

 

Eine niedrige dichte Atmosphäre liegt über den Wassern, in denen sich

möglicherweise geheimnisvolle Lebewesen tummeln. Vielleicht werden

menschliche Augen dieses Szenario dereinst erblicken, irgendwann in

der fernen Zukunft; vielleicht werden menschliche Füße ihre Abdrücke

an einem solchen Strand hinterlassen, der über Äonen unberührt lag.

 

Was werden die Besucher sehen? Nun:

 

Wenn wir auf die Nachtseite dieses Planeten fliegen  -  er kehrt Proxima

Centauri immer nur dieselbe Hemisphäre zu -, funkeln tausende von

Sternen am pechschwarzen Himmel über uns. Und einer davon ist unsere

eigene Sonne. Sie ist seit 32.000 Jahren der nächste Nachbar von Proxima

und steht im Sternbild Cassiopeia, in 4,24 Lichtjahren Entfernung - ein

Abgrund von 40.000 Milliarden Kilometern -, als zwar auffallender, aber

durchaus nicht als hellster Fixstern am nächtlichen Firmament: das ist

auch hier, wie von der Erde aus gesehen, der Sirius. Er bildet zusammen

mit Beteigeuze im Orion ein markantes Doppelgestirn (siehe folgendes

Bild).

 

Sollte uns das Heimweh packen und wir einen sehnsüchtigen Blick auf die

Erde werfen wollen  -  wenn wir sie auch nur als Punkt würden erkennen

können -, müßten wir in der nächtlichen Dunkelheit auf dem Planeten von

Proxima Centauri ein riesiges Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser

von über achtzig Metern aufbauen und es auf den Stern richten, von dem

wir wissen, daß er unsere Sonne ist.

 

Während der gesamten über einhundertfünfzigtausendjährigen Geschichte

der letzten beiden, der modernen Spezies der Gattung Homo, hat nicht

ein einziger Mensch, hat kein Neandertaler und kein Homo Sapiens, sei er

ein Höhlenmaler im menschenleeren Europa zwischen zwei Kaltzeiten

gewesen, sei er römischer Feldherr oder britischer Seefahrer, deutscher

Philosoph, arabischer Gewürzhändler, chinesischer Kaiser oder aber ein

Indianer gewesen, der über die weiten Steppen Nordamerikas streifte,

von dem Planeten um Proxima Centauri etwas gewußt  -  und nichts von

der vielleicht auf ihm beheimateten Kultur mit einer Geschichte, die viel

hundertmal älter sein mag als die Cheopspyramide.

 

Heute, im Jahr 4200 nach Christus, da wir unsere Stiefel in den kalten

knirschenden Sand dieses einsamen Strandes treten, werden wir kaum

mehr als die zu Moder zerfallenen Überreste einer Zivilisation vorfinden,

die bereits ihren Höhepunkt lange überschritten hatte, als unser eigenes

Sonnensystem und dasjenige von Alpha Centauri noch zehntausende

von Lichtjahren voneinander entfernt waren auf ihren je unabhängigen

Bahnen um das Zentrum der Milchstraßengalaxie.

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Credit: ESO/H. Dahle

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